Die EU Green Claims Directive ist seit Frühjahr 2026 vollständig umgesetzt. Wer Produkte in Deutschland und Österreich verkauft, muss Nachhaltigkeits-Claims dokumentieren können. Listings, Werbung, A+ Content sind alle betroffen. Hier was du noch sagen darfst.
Was ohne Drittparteien-Beweis nicht mehr geht
- „Klimaneutral" ohne nachweisbares Carbon-Offsetting plus Verifikation
- „Recycelbar" ohne konkrete Recycling-Quote-Angabe
- „Plastikfrei" ohne vollständige Material-Disclosure
- „Bio" ohne Bio-Siegel
- „Natürlich" wenn synthetische Inhaltsstoffe enthalten sind
- Generische Pflanzen-Bilder die „natürlich" suggerieren ohne dass es zutrifft
Wer einen dieser Begriffe ohne Nachweis verwendet, riskiert Wettbewerber-Abmahnung und behördliche Maßnahmen.
Was noch erlaubt ist
- „Aus 80% recyceltem Kunststoff" (mit Material-Disclosure-Beleg)
- „Vegan" (relativ einfach zu belegen, Inhaltsstoffliste reicht meist)
- „In Deutschland produziert" (Herstellungsort-Nachweis)
- „Umweltfreundliche Verpackung gemäß DE-Kreislaufwirtschaft" (mit konkretem Verweis auf Standard)
Die Faustregel: spezifische, verifizierbare Claims sind erlaubt. Generische Buzzwords sind risikoreich.
Was sich für AI-generierte Listing-Bilder ändert
AI-Bilder können „natürliche" Mood-Welten suggerieren (grüner Wald, Pflanzen, klares Wasser) ohne dass das Produkt tatsächlich öko ist. Behörden bewerten das mittlerweile als irreführende Visualisierung. Wer AI-Bilder mit grünem Mood ohne Substanz produziert, kann auch ohne explizite Text-Claim abgemahnt werden.
Empfehlung: visuelle Stilrichtung muss zur Produkt-Realität passen. Eine Synthetik-Beauty-Brand sollte keine „organic forest" Mood-Bilder ausspielen.
A+ Content Module mit Nachhaltigkeits-Story
Wer ein Brand-Story-Modul „Nachhaltigkeit" hat, muss konkret werden:
- Welche Materialien, welcher Anteil?
- Welche Zertifikate, welche Drittparteien?
- Welche konkreten Maßnahmen?
Generische „We care about the planet" Texte ohne Substanz sind 2026 ein direktes Abmahn-Risiko.
Quick-Check vor jedem Listing-Upload
- Jedes Adjektiv prüfen: gibt es einen Beleg?
- Visuelle Mood: passt sie zur Produkt-Realität?
- Zertifikate: sind sie aktuell und sichtbar?
- Material-Disclosure: vollständig und korrekt?
- A+ Brand-Story: konkret oder generisch?
Fazit
Nachhaltigkeit als Brand-Argument bleibt wichtig, aber die Compliance-Hürde ist deutlich höher als 2023. Wer professionell mit Visual Content arbeitet, muss diese Layer von Anfang an berücksichtigen.
Für Listings die mit nachhaltigem Mood arbeiten, machen wir bei jedem Setup einen Compliance-Check. Wenn du unsicher bist ob ein bestehendes Listing Risiko hat, schreib uns die ASIN und wir geben Quick-Feedback.



